Samstag, 23. April 2011

Wild wachsende Wiesenblumen

Ein Frühling, der auch ein gefühlter Sommer sein könnte...
Die warmen Sonnenstrahlen locken.
Eine schöne Zeit, um den Fotoapparat einzupacken und ins Grüne zu ziehen.

Hier seht ihr eine ganz besondere Pflanzenart, 
die nur sehr selten in freier Wildbahn anzutreffen ist.

Es handelt sich um die Gattung der Papaver ferrum drahtus  
(auch häufig Drahtmohn genannt).

Mich auch
Klick mich groß

 
Gewöhnlich sind sie auf Fensterbänken, in sorgsam gepflegten Gärten 
oder versteckt zwischen duftiger Hinterhhofbegrünung zu finden. 
Sie sind winterhart und blühen ganzjährig.
Bei guter Pflege können sie bis zu einigen Jahrzehnten alt werden.

Freitag, 15. April 2011

Dort wo alles entsteht

Hier seht ihr ein paar Bilder von meinem Arbeitstisch. 
Ein heilloses Durcheinander...
Hier wird entwickelt, skizziert, gelötet, gebogen, gewickelt, gefeilt, gesägt, geklebt, lackiert, experimentiert, hin und wieder geflucht.
Hier baue ich Lampenschirme, Kerzenhalter, Drahtkörbe und seit kurzem auch kleine Architekturmodelle. 
Hier entstehen aus dünnen Drähten Einzelteile, die sich zu komplexen räumlichen Gebilden zusammenfügen.

Der Platz ist nicht groß, aber er reicht aus um kleine und große Traumwelten zu erschaffen.

Meine Inspiration orientiert sich an Formen aus der Natur, Strukturen die uns täglich umgeben, aus der Architektur, der Mode, dem Spiel von Licht und Schatten, oder aus dem Material selbst.

Angefangen hat alles mit einer Seifenschale, die ich irgendwo gesehen hatte und unbedingt nachbauen wollte.
Ich lieh mir den Lötkolben von einem damaligen Freund und machte mich daran, ein paar Drähte zusammen zu löten. Das klappte jedoch nicht gleich, die Verbindungen waren nicht stabil das Lot perlte ab wo es nur ging und mir fiel alles wieder auseinander. Am Ende hielt ich ein unförmiges Etwas in der Hand, das mit einer Seifenschale in keinster Weise etwas zu tun hatte.

Und doch hatte es mich gepackt. Mein zweiter Versuch sah schon besser aus.
Es war schon eher als Seifenschale erkennbar, und ich habe es auch stolz als solches benutzt.
Was ich dabei nicht bedacht hatte war, dass Seife und Wasser in relativ kurzer Zeit den Lack auflösten und mir das mühsam errichtete Werk vor den Augen weg rostete.

Auch die Angestellten der Baumärkte (zu dieser Zeit meine liebsten Ansprechpersonen) konnten mir oft nur mit den folgenden Worten weiterhelfen: „Das is' halt so!“ oder „Des geht net.“

Das war vor etwa acht Jahren.

Im Laufe der Zeit habe ich mir viele Fragen selbst beantwortet.
Habe bessere Techniken, und immer mehr Feingefühl dafür entwickelt, dem Draht die gewünschte Form zu geben. Mein Anspruch an Perfektion wuchs.
Die Schalen, die ich machte, wurden immer größer, die Formen komplizierter. Aus Seifenschalen wurden Präsentkörbe von einem halben Meter Durchmesser.

Und was in den Jahren so alles entstanden ist, erfahrt ihr in den folgenden Wochen. Es wird viele Bilder geben. Und einige Erläuterungen zur Entstehung.


Samstag, 9. April 2011

Die Drahtbändigerin

Meine Waffen sind Schweißgerät und Lötkolben, statt Schild und Schwert.
Mein Gegner ist ein Haufen ungeordneter Drähte.


Die Arena: ein zwei Meter großer Werktisch.
Mein Schlachtplan ist das Skizzenbuch.
Meine Waffenkammer enthält eine Anzahl diverser Zangen, Feilen und Spannvorrichtungen.

Ich beginne mein Werk nicht damit, brüllend aus einer Felsspalte hervorzupreschen.
Mit Bedacht wähle ich meine ersten Angriffspunkte.
Stelle mein Arsenal an Werkzeugen zusammen, und gehe das Szenario im Kopf durch. Das Ziel stets vor dem inneren Auge.
Und nun erst geht es in den Kampf.

Statt eines wutschnaubenden Ungeheuers, blitzen mich die blanken Drahtrollen an.

Mit Zangen bezwinge ich das Unformbare.
Die abgeknippsten Drahtenden, fliegen mir um die Ohren.
Einzelne Spitzen ragen aus der Materialkiste empor wie Krallen, die wild in der Erde scharren.
Silbrig glänzende, blankgeriebene Oberflächen bilden einen Schuppenpanzer dessen scharfe Kanten kein Durchkommen dulden.
Rostige Einzelteile liegen am Boden, die die Spuren längst vergangener Kämpfe tragen.

Und dennoch ist es auch ein Spiel mit dem Feuer.
Statt züngelnden Flammen der gleißende Lichtbogen den die Elektrode bildet, sobald sie mit dem Material in Kontakt kommt.
Die langsam abkühlende Schlacke aus Eisen, die das metallene Gebilde zusammenhält.
Mit Feuer verbinde ich die Einzelteile zu einem ganzen Objekt, dessen Ausmaße während meiner Arbeit zunehmen und an Komplexität gewinnen.
Die Hitze des noch glühenden Drahtes, der mich unmerklich zusammenzucken lässt, wenn ich zu schnell bin.
Es ist heiß. Der Schweiß rinnt mir über Stirn und Rücken.
In meinen Händen wird Draht geschmeidig.

Einen Drachen besiegt man durch Mut, Ausdauer und einen Stich ins Herz.
Ein Kunstwerk durch Mut, Ausdauer und Feingefühl.

Am Ende habe ich statt eines besiegten Geschöpfs eine vollendete Skulptur vor mir, der man die Spuren ihres Entstehens nicht ansieht und die meinen Namen trägt:
Anna Kaus, Drahtbändigerin mit Leib und Seele.
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