Sonntag, 13. November 2011

Der Sommer ist vorbei? Von wegen!



Meist fange ich erst dann an, die schönsten Sachen zu basteln, wenn die Saison schon wieder vorbei ist.

Da hänge ich immer ein bisschen hinterher, und sollte vielleicht mehr an meinem Timing üben.

Da ich also den ganzen Sommer über massenweise Inspirationen gesammelt habe, aber mit dem "drahteln" nicht hinterherkomme, kann man jetzt in meinem Shop Sommersouveniers kaufen.

Quasi zum Andenken an die vergangen Sommermonate.
Oder zur visuellen Unterstützung der Vorfreude auf den nächsten Sommer.





Vielleicht gibt es in diesem Jahr auch einen eher urlaubig angehauchten Advent?

Und zu Ostern im nächsten Jahr überrasche ich  dann mit exklusiver frisch angefertigter Weihnachtsdeko. ;-)




Bis zum Advent habe ich jedenfalls alle Hände voll zu tun mit den Vorbereitungen für meinen ersten offiziellen Marktstand.

Den ganzen Dezember über kann ich mich dann endlich wieder anderen Basteleien widmen.

Bis dahin könnt ihr die beiden Schneckenhäuser hier bestaunen und erstehen.


Und da es grad so gut reinpasst, habe ich mich im Blog von luziapimpinella verlinkt. Thema: Vergänglichkeit.









Dienstag, 1. November 2011

Monatsmotto November: Endspurt


Endspurt! Die letzten Vorbereitungen sind bereits in vollem Gange.

Rabattkärtchen und Preisschilder sind gedruckt.

Schöne Drahtgeflechte sind in den letzten Wochen entstanden, von Geschenkkörben bis hin zur beleuchteten Dekoration mit verschiedenen farbigen Papieren. Und ich bin noch lange nicht fertig!

Ich bin gespannt auf meinen ersten offiziellen Markt, und genieße derweil die Schaffensfreude.

Hier ein kleiner Ausblick:

 



Mein Motto für November steht also im Zeichen der Lebens- und Schaffensfreude.

Und was ist euer Monatsmotto?

Einladung zum Festival der Lebensfreude


Am Samstag, in vier Wochen findet im Forum Altes Schulhaus in Oberderdingen (Bawü) das Festival der Lebensfreude statt.

Ich bin mit meiner Drahtschmiede dabei, und habe einen Marktstand an einem schönen Platz im Foyer des Alten Schulhauses.


Es wird dort außerdem viele Workshops und Vorträge geben, sowie einige weitere Aussteller, die ihr im folgenden Link entdecken könnt.
http://www.gemeinsam-sein.eu/festival-der-lebensfreude


Wer sich inspirieren lassen möchte ist herzlich eingeladen.


Wann?  Samstag, 26. November,  11:30 - 18:00

Wo?  Forum Altes Schulhaus, Heinfelser Platz 1, 75038 Oberderdingen (Bawü)

Eintritt: 5 Euro - inkl. aller Workshops und Vorträge
Veranstaltungsorganisation: Elvira Kausch 

Dienstag, 4. Oktober 2011

Schlafmohn für Aufgeweckte!

Im Vergleich zu Klatschmohn (der mit den roten Blüten) haben die Kapseln des Schlafmohns diese schöne rundbauchige Form, sowie weisse bis rosafarbene Blütenblätter die knittrigem Papier ähneln.


Schlafmohn wurde schon seit der Jungsteinzeit in Südeuropa als Nutzpflanze verwendet. Damit gehört er zu unseren ältesten Kulturpflanzen.



Im alten Griechenland war die Mohnkapsel das Symbol für Morpheus, den Gott des Traumes.
Die Sumerer bezeichneten den Schlafmohn auch als "Pflanze der Freude".



Der Mohn galt in der Antike als Schlafmittel für Kinder, wurde als schmerzstillendes Mittel, als Nahrungsmittel und eben auch zur Gewinnung von Opium verwendet.

Deswegen ist der Anbau von Schlafmohn, selbst als Zierpflanze in Deutschland verboten.



Pssst aufgepasst: In meinem Dawanda-Shop gibt es ihn ganz legal zu kaufen...


Sonntag, 18. September 2011

Hilfe, ich habe eine Rostplage!

Da wollte ich mich nun nach meinem Urlaub wieder meiner Werkstatt zuwenden und wieder ein paar neue Lampenschirme kreieren.
Doch dann überraschte mich das Grauen!

Rostige Zangen. Rost auf der Arbeitsfläche. Rost auf den Lotschalen. Rostiger Rost, so weit das Auge reicht!
Selbst ein angefangenes Werkstück, das ich aus Mangel an Zeit gut eine Woche liegen gelassen habe, zeigte schon Rostkrusten.

So sollte es nicht aussehen:

Rotziger Rost
Rostkruste
Rostfrust

Diagnose: Flugrost

Steckbrief:
~Frisst sich mit Vorliebe durch Eisen
~Bildet eine raue Kruste und sträubt sich gegen jegliche Reinigungsversuche
~Macht auch vor halbfertigen Kunstwerken nicht Halt
~Kriecht in sämtliche Ritzen und Winkel
~Kümmert sich wenig darum, dass die Dinge noch gebraucht werden
~Lacht sich in irgendeiner unentdeckten Ecke eins ab, wenn man nicht dran kommt
~Er ist überall! Es gibt kein Entkommen!
 
Betroffen: 10 Zangen, 2 Pinzetten, 2 Lotschalen, 1 zweckentfremdete Töpferscheibe, 1 zweckentfremdetes Pizzablech für Kleinteile.

Material: Stahlbürsten, Unmengen an grobem Schleifpapier, Schleifvlies, Rostlöser, Geduld und einen guten Masseur (um anschließend Arme und Schultern wieder zu reparieren bewegungsfähig zu machen)

Geschlagene vier Stunden später hatte ich das Übel endlich eingedämmt. So kann man auch seine Zeit vertreiben...


Dem Rost getrotzt:  Vorher / Nachher
Ergebnis: Nicht ganz wie Neu, aber immerhin wieder brauchbar. 

Dafür ist der ganze Rost nun auf meine Hände übergegangen.

Rostlust?




Merkzettel: Werkzeug regelmäßig einölen und hin und wieder abschmirgeln, sobald sich Rostspuren zeigen. Bevor er wieder zubeißt!

Übrigens, ist euch schon mal aufgefallen, was für interessante Farbschattierungen Rost haben kann?

Dienstag, 6. September 2011

Jetzt bin auch in in Facebook involviert

Nach meinem Urlaub und einigem Überlegen, hab ich nun doch kurzfristig den Entschluss gefasst, mich mit meiner Drahtschmiede bei facebook anzumelden.

Hier ist sie: Die offizielle Drahtschmiede-Facebook-Seite incl. RSS-Feed von diesem Blog.

Natürlich hätte ich jetzt gerne auch eine hübsche Sidebar, wo die Icons von meinen anderen Präsenzen untereinander aufgelistet sind, und die am Seitenrand nicht viel Platz wegnimmt. Wenn ich wüsst, wie ich das einbinden könnte, würd ich sogar meine eigenen Icons dafür malen.

Wer weiß, wie ich eine solche Icon-Leiste einbauen kann, ist herzlich willkommen, einen Link zu posten, einen Kommentar oder auch ne Email an mich zu schreiben. Ich werde mich auch innigst dafür bedanken.

Und nun liebe Leser,
 habt eine schöne Woche

Freitag, 26. August 2011

Wickeltechnik - Kerzenhalter

 Gelötet, Gewickelt, Lackiert
und Angemacht

Manchmal lasse ich mich in meiner Drahtbiegerei auch von den Korbflechtern inspirieren.
 
Dieser kleine, bauchige Kerzenhalter ist aus Stahldraht gebogen und mit schwarz geglühtem Draht sorgfältig von innen nach außen bewickelt worden. Das "Herzstück" des Kerzenhalters ist gelötet und geschwärzt.

Ich habe noch ein paar mehr von dieser Sorte gemacht. Und jeder Kerzenhalter entwickelt seine ganz eigene Form durch das Wickeln der etwa 0,5 cm dünnen Drähte.

So entstehen bauchige oder flache, hohe, ausladende, kantige, symmetrische oder ungleich runde Formen während des Schaffensprozesses.
Außer den Form gebenden Stahldrähten besteht jeder Kerzenhalter nahezu aus einem einzigen Wickel-Strang.






 



Diesen leichten und doch robusten, kleinen Kerzenhalter gibt es in meinem DaWanda-Shop zu kaufen.

Höhe: 12 cm
Durchmesser: 15 cm

Samstag, 6. August 2011

"Cumulus domicilio" Schönwetterwolke für Daheim

 Wenn's draußen regnet...

Das erste Objekt, das ich vor Kurzem in meinen DaWanda-Shop eingestellt habe ist ein mit weißem Papier bespannter Kerzenhalter auf einem stabilen Drahtgerüst und "Schönwetter-Kringeln".

Den habe ich "Schönwetterwolke" genannt, weil er so leicht und bauchig wirkt wenn er an Perlonschnüren aufgehängt wird.






Durchmesser ca. 17 cm
Höhe 12 cm
Kerzenhalter: passend für die handelsüblichen Teelichter mit Alunapf

Montag, 25. Juli 2011

Zeitphilosophie

Die bislang schönste Anregung zum Thema Zeit, die mich zum Nachdenken gebracht hat, habe ich nicht in einem Zeitmanagementbuch gefunden, sondern in einem Buch von David Lindner. Es heißt: "Kreativ und davon leben - Die fünf Stufen zum Erfolg"

Die Zeitmanagementbücher, die ich kenne drehen sich um die Arbeitszeit.
Doch was ist eigentlich mit unserer Lebenszeit?
Was stellen wir mit unseren hundert Jahren Lebenszeit an?
(Ich gehe übrigens davon aus, dass ich hundert Jahre alt werde - doch das ist ein anderes Thema, auf das ich später nochmal zurück komme)


Viele Erfindungen wurden bereits gemacht, um Zeit zu sparen.
Und was machen wir mit unserer neu gewonnenen Zeit?
Wie viele Stunden verbringen wir regelmäßig mit Fernsehen, Computerspielen, Rauchen, Trinken, über andere Menschen aufregen, hetzen um ja pünktlich zu sein?
Auf Familienfesten langweilige Stunden verbringen mit Menschen, die man nicht mag oder die einem nicht gut tun.
Wie viel Zeit verwenden wir für Dinge die Leistung und Perfektion von uns abverlangen?
(Nebenbei: Was bedeutet "Leistung" überhaupt im Zusammenhang mit unseren 100 Lebensjahren?)


Wie viel Zeit nutzen wir hingegen um wirklich gute Freunde zu treffen,
neuen Menschen zu begegnen,
auf der Wiese liegend die Sonne zu genießen
oder vom Fenster aus den Regen zu beobachten,
mal im Freien zu zelten,
sich mit dem Partner zu unterhalten
oder jemandem etwas zu schenken?
Wie viel Zeit schenken wir uns selbst?


Ein interessanter Tipp von David Lindner:
"Rechnen Sie mal nach! [...]
Es ist spannend festzustellen, wie wenig Zeit man der Liebe widmet und wie viel Zeit man aufwendet, um Geschirr zu spülen."

Sonntag, 24. Juli 2011

Endlich ist mein DaWanda-Shop befüllt!

Etwa einen Monat ist es nun her, dass ich das letzte Mal einen Post veröffentlicht habe.

Manchmal habe ich das Gefühl, unter chronischem Zeitmangel zu leiden. Und das Wissen aus diversen Zeitmanagement Büchern scheint einfach an mir abzuperlen.
Doch ich bin nicht ganz untätig gewesen. Nun bin ich in mich gegangen und habe endlich die ersten drei Exponate in meinen DaWanda Shop eingestellt.

Viele, viele Bilder von meinen großen und kleinen Drahtkunstwerken, sowie Kerzenhaltern und verschiedenen Lampenschirmen habe ich auf meinem Rechner liegen. Sie alle warten darauf, bearbeitet und ins Netz gestellt zu werden.
Meine Wohnung ist über und über voll mit den ganzen Dingen, die ich in den letzten Jahren gebastelt und erbaut habe.

Meinen Computer musste ich erneuern, da der alte in Rente gegangen ist. (zum Glück hatte ich vorher eine Sicherheitskopie von meinen vielen Fotos gemacht, auf Anraten meines Freundes...)

Außerdem steht der Bau eines neuen Regals an. Um die Wände bis unter die Decke ausnutzen zu können. Vor einem Jahr habe ich mir ein Schwerlastregal in meinen Arbeitsraum gestellt. Das ist bereits brechend voll. Mit Material, Geräten und mit Sachen die da gar nicht rein gehören.

Zu viele Vorhaben und zu viele Dinge um mich herum...

Ich wünschte, ich wär' ein Zen-Kloster.

Samstag, 18. Juni 2011

Drahtflieder und Papiermohn


Nun sind sie fertig.

Robuste kleine Blumen aus Stahldraht, die sich auf ihren langen Stängeln leicht hin und her wiegen, wenn man sie mit dem Finger anstupst.

Ihr Wurzelwerk besteht aus einer Baumscheibe. Sie brauchen kein Wasser und werden nie welk.

Sie werden hier und da auf Festtafeln erblühen oder auf der Fensterbank mit jedem Windhauch mitschwingen. 


Verrate mir deine Lieblingsblume 
und ich zaubere dir eine, die nie vergeht...









Freitag, 10. Juni 2011

Fisch am Stiel

Endlich, nachdem meine Kamera gestreikt hat und die Bildbearbeitung in einem Langstreckenlauf endete, habe ich es noch vor Mitternacht geschafft...
Heute zum Freitag gibt es bei mir Fisch am Stiel:
(aus Eisendrähten gelötet, auf Baumscheibensockel, Größe ca. 33 cm)


Mehr Fisch gibt es bei  Anja Rieger zu sehen.


Montag, 6. Juni 2011

100!!!


Ich selbst war seit 5 Tagen nicht mehr online. Und nun die Überraschung!
Nr. 100 war heute morgen um 7 Uhr auf meinem Blog. Thank you very much!!

Die 100-Marke erreicht, bei gerade mal 7 Posts.

Häufigster Suchbegriff im letzten Monat: drahtbändigerin
Beliebtster Post insgesamt: Wild wachsende Wiesenblumen

Spitzenbesuchszahl: 17 (an irgend einem Tag im Mai)


Samstag, 21. Mai 2011

Es kommt, wie es kommen musste...

Ich habe mir den rechten Zeigefinger verletzt und kann dieses Wochenende erstmal nicht mehr weiterlöten. Shit happens.... Dabei hätte ich euch so gerne mein momentanes Projekt vorgestellt.

Jedoch bin ich auf die Idee verfallen, mit der linken Hand Zeichnen zu üben. Und diese Bilder sind dabei herausgekommen:



Übrigens freue ich mich immer über eure Kommentare, denn ich möchte gern, dass der Blog lebt - und ich nicht nur für mich schreibe.  ;-)

Mittwoch, 18. Mai 2011

Metall trifft auf Holz.


Hart und weich.
Maskulin und Feminin.
Massive Schwere und lineare Leichtigkeit.

Zeichnungen im Raum - freistehend - frei schwebend.
Von einem Rahmen zusammen gehalten - begrenzt - der Freiheit entzogen.

Dies ist die ernste Seite meiner Kunst. Nicht lieblich. Nicht schön. Nicht lustig.

"Die gefangene Frau" 2005




All meinen Lesern (inzwischen sind es 74):

Die Zeit ist gegen mich.
Gerne möchte ich euch Ende der kommenden Woche die Lustige Seite meiner Kunst zeigen - die Sache mit den Baumscheiben.
Ein paar Einzelteile sind schon fertig.
Doch zwei Stunden nach Feierabend sind oft nicht genug, um meine Leidenschaft in vollem Maße auszukosten.

Bis dahin liebe Grüße.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Ein Freudenpost

Hurrrrra!!!

30 Leser seit Monatsanfang. Ich komme mit dem Schreiben gar nicht hinterher.
Und mit dem Basteln noch weniger.

Aber der Lötkolben heizt gerade auf, und so hoffe ich, dass ich euch am Sonntag schon zeigen kann, was aus den Baumscheiben geworden ist, die ich am letzten Wochenende photographiert habe.

Derweil schiebe ich hier zwischendurch eines meiner früheren Drahtgewerke ein:
Ein Fensterbild, genannt "Ammonit", Größe etwa 30-40 cm.


Klick mich!

Ich wünsche all meinen Lesern einen schönen Abend und ein noch schöneres Wochenende.

Sonntag, 1. Mai 2011

Könnt ihr den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen?

Diesmal gibt es eine kleine Rätselfrage:
Was ist das? Oder besser gefragt: Was wird daraus?





Bitte JavaScript aktivieren, um das Puzzle zu puzzeln.
online-puzzeln.de


Allen, die meinen Blog besuchen wünsche ich frohes Rätselraten und einen erfolgreichen Wochenstart.

Samstag, 23. April 2011

Wild wachsende Wiesenblumen

Ein Frühling, der auch ein gefühlter Sommer sein könnte...
Die warmen Sonnenstrahlen locken.
Eine schöne Zeit, um den Fotoapparat einzupacken und ins Grüne zu ziehen.

Hier seht ihr eine ganz besondere Pflanzenart, 
die nur sehr selten in freier Wildbahn anzutreffen ist.

Es handelt sich um die Gattung der Papaver ferrum drahtus  
(auch häufig Drahtmohn genannt).

Mich auch
Klick mich groß

 
Gewöhnlich sind sie auf Fensterbänken, in sorgsam gepflegten Gärten 
oder versteckt zwischen duftiger Hinterhhofbegrünung zu finden. 
Sie sind winterhart und blühen ganzjährig.
Bei guter Pflege können sie bis zu einigen Jahrzehnten alt werden.

Freitag, 15. April 2011

Dort wo alles entsteht

Hier seht ihr ein paar Bilder von meinem Arbeitstisch. 
Ein heilloses Durcheinander...
Hier wird entwickelt, skizziert, gelötet, gebogen, gewickelt, gefeilt, gesägt, geklebt, lackiert, experimentiert, hin und wieder geflucht.
Hier baue ich Lampenschirme, Kerzenhalter, Drahtkörbe und seit kurzem auch kleine Architekturmodelle. 
Hier entstehen aus dünnen Drähten Einzelteile, die sich zu komplexen räumlichen Gebilden zusammenfügen.

Der Platz ist nicht groß, aber er reicht aus um kleine und große Traumwelten zu erschaffen.

Meine Inspiration orientiert sich an Formen aus der Natur, Strukturen die uns täglich umgeben, aus der Architektur, der Mode, dem Spiel von Licht und Schatten, oder aus dem Material selbst.

Angefangen hat alles mit einer Seifenschale, die ich irgendwo gesehen hatte und unbedingt nachbauen wollte.
Ich lieh mir den Lötkolben von einem damaligen Freund und machte mich daran, ein paar Drähte zusammen zu löten. Das klappte jedoch nicht gleich, die Verbindungen waren nicht stabil das Lot perlte ab wo es nur ging und mir fiel alles wieder auseinander. Am Ende hielt ich ein unförmiges Etwas in der Hand, das mit einer Seifenschale in keinster Weise etwas zu tun hatte.

Und doch hatte es mich gepackt. Mein zweiter Versuch sah schon besser aus.
Es war schon eher als Seifenschale erkennbar, und ich habe es auch stolz als solches benutzt.
Was ich dabei nicht bedacht hatte war, dass Seife und Wasser in relativ kurzer Zeit den Lack auflösten und mir das mühsam errichtete Werk vor den Augen weg rostete.

Auch die Angestellten der Baumärkte (zu dieser Zeit meine liebsten Ansprechpersonen) konnten mir oft nur mit den folgenden Worten weiterhelfen: „Das is' halt so!“ oder „Des geht net.“

Das war vor etwa acht Jahren.

Im Laufe der Zeit habe ich mir viele Fragen selbst beantwortet.
Habe bessere Techniken, und immer mehr Feingefühl dafür entwickelt, dem Draht die gewünschte Form zu geben. Mein Anspruch an Perfektion wuchs.
Die Schalen, die ich machte, wurden immer größer, die Formen komplizierter. Aus Seifenschalen wurden Präsentkörbe von einem halben Meter Durchmesser.

Und was in den Jahren so alles entstanden ist, erfahrt ihr in den folgenden Wochen. Es wird viele Bilder geben. Und einige Erläuterungen zur Entstehung.


Samstag, 9. April 2011

Die Drahtbändigerin

Meine Waffen sind Schweißgerät und Lötkolben, statt Schild und Schwert.
Mein Gegner ist ein Haufen ungeordneter Drähte.


Die Arena: ein zwei Meter großer Werktisch.
Mein Schlachtplan ist das Skizzenbuch.
Meine Waffenkammer enthält eine Anzahl diverser Zangen, Feilen und Spannvorrichtungen.

Ich beginne mein Werk nicht damit, brüllend aus einer Felsspalte hervorzupreschen.
Mit Bedacht wähle ich meine ersten Angriffspunkte.
Stelle mein Arsenal an Werkzeugen zusammen, und gehe das Szenario im Kopf durch. Das Ziel stets vor dem inneren Auge.
Und nun erst geht es in den Kampf.

Statt eines wutschnaubenden Ungeheuers, blitzen mich die blanken Drahtrollen an.

Mit Zangen bezwinge ich das Unformbare.
Die abgeknippsten Drahtenden, fliegen mir um die Ohren.
Einzelne Spitzen ragen aus der Materialkiste empor wie Krallen, die wild in der Erde scharren.
Silbrig glänzende, blankgeriebene Oberflächen bilden einen Schuppenpanzer dessen scharfe Kanten kein Durchkommen dulden.
Rostige Einzelteile liegen am Boden, die die Spuren längst vergangener Kämpfe tragen.

Und dennoch ist es auch ein Spiel mit dem Feuer.
Statt züngelnden Flammen der gleißende Lichtbogen den die Elektrode bildet, sobald sie mit dem Material in Kontakt kommt.
Die langsam abkühlende Schlacke aus Eisen, die das metallene Gebilde zusammenhält.
Mit Feuer verbinde ich die Einzelteile zu einem ganzen Objekt, dessen Ausmaße während meiner Arbeit zunehmen und an Komplexität gewinnen.
Die Hitze des noch glühenden Drahtes, der mich unmerklich zusammenzucken lässt, wenn ich zu schnell bin.
Es ist heiß. Der Schweiß rinnt mir über Stirn und Rücken.
In meinen Händen wird Draht geschmeidig.

Einen Drachen besiegt man durch Mut, Ausdauer und einen Stich ins Herz.
Ein Kunstwerk durch Mut, Ausdauer und Feingefühl.

Am Ende habe ich statt eines besiegten Geschöpfs eine vollendete Skulptur vor mir, der man die Spuren ihres Entstehens nicht ansieht und die meinen Namen trägt:
Anna Kaus, Drahtbändigerin mit Leib und Seele.
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